Hotelketten verlassen Kubas Tourismus – Unrecht gewinnt


Der kubanische Tourismussektor erlebt derzeit eine seiner schwersten Krisen der jüngeren Geschichte. Was sich in den vergangenen Monaten angebahnt hat, erreicht nun eine besorgniserregende Dynamik: Internationale Hotelketten ziehen sich flächendeckend zurück, Zahlungswege brechen weg und die Passagierzahlen sinken drastisch. Doch während die wirtschaftlichen Folgen für die Menschen vor Ort immens sind, hüllt sich die internationale Reisebranche weitgehend in Schweigen. Ist dieses Verschweigen der geopolitischen Ursachen der richtige Weg – oder braucht es endlich eine offene Debatte?


Der Domino-Effekt: Rückzug der internationalen Hotelketten


Hintergrund der aktuellen Entwicklung sind verschärfte US-Sanktionen. Ausländischen Unternehmen, die mit dem kubanischen Militär- und Staatsmischkonzern GAESA sowie dessen Tourismussparte Gaviota zusammenarbeiten, drohen drastische Konsequenzen durch Washington – bis hin zum Ausschluss aus dem SWIFT-Zahlungsverkehr und der Beschlagnahmung von Vermögenswerten in den USA. Da Gaviota über 100 Hotels und rund 50.000 Zimmer auf der Insel besitzt und fast alle internationalen Betreiber auf Managementverträge mit staatlichen Partnern angewiesen sind, lässt die Reaktion der Branche nicht auf sich warten.


Der spanische Branchenriese Meliá kündigte das Ende von Management- und Vermarktungsverträgen für fast die Hälfte seiner Häuser an, wodurch mindestens 15 Hotels geschlossen oder aus dem Portfolio genommen werden. Auch Iberostar reduziert seine Präsenz drastisch: Aus einem einst umfangreichen Angebot von 19 Häusern blieben zuletzt nur noch wenige Buchungsoptionen übrig. Zudem haben Blue Diamond – der größte Player auf der Insel unter Beteiligung der TUI – sowie die asiatische Kette Archipelago ihren vollständigen Rückzug angekündigt.


Zusätzlich erschweren das Ende von Visa- und Mastercard-Zahlungen vor Ort, akuter Treibstoffmangel sowie die Ausdünnung internationaler Flugverbindungen das Reisen nach Kuba erheblich. Im ersten Quartal zählte die Insel lediglich rund 329.000 internationale Gäste – ein Einbruch um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr.

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Das Schweigen der Reisebranche: Pragmatismus oder Missetat?


Trotz der verheerenden Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Zivilbevölkerung üben internationale Reiseveranstalter und Hotelkonzerne kaum offene Kritik an den US-Sanktionen oder der Blockadepolitik. Die Gründe dafür sind pragmatischer Natur. Einerseits nehmen globale Konzerne Rücksicht auf den US-Markt, auf dem für sie unverhältnismäßig mehr Kapital auf dem Spiel steht als im Kuba-Geschäft; öffentlicher Protest gegen US-Rechtspolitik birgt rechtliche sowie wirtschaftliche Risiken, die kein Konzern eingehen möchte. Andererseits bevorzugen viele Touristikunternehmen eine neutrale Selbstdarstellung und verpacken Krisen lieber als „wirtschaftlich komplexe Rahmenbedingungen“ oder „geopolitische Lage“, anstatt die Ursachen direkt beim Namen zu nennen.


Ist dieses Schweigen wirklich gut?


Die Antwort lautet schlichtweg: Nein. Wenn die Reisebranche die Ursachen der Krise ausklammert, überlässt sie das Schicksal eines Reiseziels – und vor allem der Menschen, die vom Tourismus leben – kühler Geopolitik. Tourismus ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern baut Brücken zwischen Kulturen. Das kollektive Dulden von Wirtschaftssanktionen, die in erster Linie Kleinunternehmer, Servicekräfte und Familien vor Ort treffen, untergräbt das Versprechen der Reisebranche, nachhaltige und verlässliche Partnerschaften in den Gastländern aufzubauen.


Was bedeutet das für Kuba-Reisende?

Auch wenn die Handlungsspielräume großer Hotelketten eingeschränkt sind, bleibt Kuba ein einzigartiges Reiseziel. Die aktuelle Krise erfordert jedoch ein Umdenken bei der Reiseplanung. In erster Linie gewinnt der Privatsektor an Bedeutung: Von privat geführten Unterkünften (Casas Particulares), lokalen Restaurants (Paladares) und unabhängigen Reiseleitern profitieren die Menschen direkt vor Ort, und diese Angebote bleiben von den Schließungen der Ketten unberührt.


Darüber hinaus erfordert die Reiseplanung eine vorausschauende Vorbereitung beim Thema Bargeld, da internationale Kreditkarten vor Ort nicht mehr zuverlässig funktionieren und ausreichend Euros mitgeführt werden müssen. Schließlich könnte der Rückzug der Großkonzerne mittelfristig eine Chance bieten, den Fokus von Pauschalresorts weg und hin zu einem authentischen, kleinteiligen sowie nachhaltigen Individualtourismus zu lenken.


Das Verschweigen der Blockade durch die USA schützt weder die Tourismusindustrie noch die kubanische Bevölkerung. Umso wichtiger ist es, dass Reisende informiert bleiben und Kuba gerade jetzt mit Bewusstsein und Respekt besuchen.

Kuba schickt Ärzte statt Waffen

Seit über 60 Jahren entsendet Kuba medizinisches Personal in alle Welt – nicht mit dem Ziel wirtschaftlicher Dominanz, sondern aus einem tief verwurzelten humanitären Anspruch heraus. Kubanische Ärztinnen und Ärzte leisten unter oft schwierigen Bedingungen medizinische Grundversorgung in Ländern wie Algerien, Brasilien, Venezuela und Italien. Allein in Afrika arbeiten Hunderte von kubanischen Fachkräften in entlegenen Regionen, in welchen es sonst keine Gesundheitsversorgung gäbe.

Diese solidarische Praxis – auch „medizinischer Internationalismus“ genannt – wird seit einiger Zeit vermehrt von US-amerikanischen Medien und Regierungsstellen kritisiert. Insbesondere unter der Regierung Trump wurde behauptet, Kuba betreibe ein System moderner Zwangsarbeit, bei dem Ärzte ausgebeutet würden. Diese Vorwürfe entbehren jedoch oftmals einer differenzierten Analyse und ignorieren die freiwillige Teilnahme vieler medizinischer Fachkräfte, die ihre Arbeit als patriotische Pflicht und internationale Solidarität verstehen.

Die USA ergriffen daraufhin Maßnahmen, um das medizinische Hilfsprogramm zu unterminieren: Mitarbeitenden der kubanischen medizinischen Brigaden wurde die Einreise in die USA verweigert. Gleichzeitig wurde Druck auf Regierungen Lateinamerikas und der Karibik ausgeübt, um deren Zusammenarbeit mit Kuba zu beenden. Zahlreiche Länder – darunter auch Karibikstaaten – zeigten sich jedoch solidarisch. Vertreter mehrerer Regierungen erklärten sinngemäß: Lieber auf ein US-Visum verzichten als auf kubanische Ärztinnen und Ärzte.

Kuba setzt auf Solidarität – nicht auf Kriegsrhetorik

Das kubanische Modell stellt eine Alternative zur globalen Militarisierung dar. Während viele Länder Milliarden in Waffen und Verteidigung investieren, setzt Kuba auf Bildung, Gesundheitswesen und internationale Zusammenarbeit. Diese Haltung steht im Kontrast zur aggressiven Außenpolitik der USA, welche häufig durch wirtschaftliche Sanktionen, Zölle und sogar militärische Drohungen Konflikte verschärfen.

Die langjährigen US-Sanktionen gegen Kuba beeinträchtigen gezielt dessen wirtschaftliche Entwicklung. Besonders betroffen davon sind der Tourismussektor und die medizinischen Dienstleistungen – zwei der wichtigsten Devisenquellen des Landes. So wurde etwa wiederholt berichtet, dass sich Touristen, die Kuba besucht hatten, sich während späteren Einreisen in die USA Ärger eingehandelt hatten.

Ein sozialer Weg mit internationaler Anerkennung

Kuba verfolgt das Ziel, eine solidarische und sozial gerechte Gesellschaft aufzubauen. Trotz wirtschaftlicher Engpässe genießt das Land internationale Anerkennung für seine medizinischen Errungenschaften, etwa in der Bekämpfung von Epidemien oder im Bereich der biotechnologischen Forschung.

Ob Sanktionen ein wirksames Mittel zur Lösung internationaler Konflikte sind, bleibt zweifelhaft. Viele weltweite Stimmen fordern ein Ende der Blockadepolitik und stattdessen Dialog und Kooperation; dies besonders angesichts globaler Herausforderungen wie Pandemien, Klimawandel und zunehmend sozialer Ungleichheit.

Weitere Informationen und Unterstützung

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D-10178 Berlin

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✉️ info@netzwerk-cuba.de
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Drinks aus Kuba

Kubanische Lebensfreude äussert sich in feinen Drinks. Meistens wird ein kubanischer Rum dazu verwendet, den Havana Club Rum. Sie ist die wohl bekannteste Marke. Gepaart mit kubanischer Musik werden wir locker, kommen ins Gespräch und tanzen.

Ein wenig davon kosten, doch sich nicht betrinken, sonst endet der Abend im Desaster. Zu Getränken mit kubanischem Rum gibt es Rezepte.

Ein paar Rezepte sind auf der Webseite von Focus beschrieben
🥃Rezepte für Havana Rum von der Focus Redaktion

Ich habe einen Kubaner auf einer Reisemesse erlebt, indem er seine Cocktails gemixt und Freude verbreitet hat.

Tourismus – eine Erfolgsgeschichte?

Die Hotelgruppen sind zufrieden mit den Geschäften in Kuba. Das Land ist beliebt, die Gastfreundschaft hoch, die Personalkosten tief. Kuba erzielt dank des Tourismus dringend benötigte Devisen.

Gute Geschäfte von spanischen Hotelgruppen

Zwar finden sich noch die Casa Particulares, an welchen Orten private Unternehmer Gäste empfangen können. Doch diese benötigen staatliche Genehmigungen und die Erfüllung vieler Wünsche, die Gäste haben, sind nur aufwändig zu besorgen.

Der Unterschied zwischen Touristen und Einheimischen ist gewaltig. Für Touristen wird gesorgt, alles wird ihnen besorgt. Schliesslich sind sie auch wertvolle Devisenbringer, doch das kubanische Volk wird dabei vernachlässigt und leidet unter den Folgen. Jedoch öffnen sich durch die Begegnung mit Touristen neue Sichtweisen, die das Land zu mehr Wohlstand reformieren könnten.

Wirtschaft im Wandel: Zwischen Idealen und Realität

Obwohl der Kommunismus in vielen Teilen der Welt überwunden ist, bleibt Kubas Engagement für internationale Hilfe stark: Das Land bildet Ärzte aus, die weltweit unterstützen, was eine wichtige Devisenquelle darstellt. Allerdings ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle, gefolgt vom Export medizinischer Dienste, und erst an dritter Stelle kommt die Landwirtschaft.

Der Glaube an gute Bildung und umfassende Gesundheitsversorgung hält sich hartnäckig, auch wenn die Finanzierung dieser Ideale zunehmend schwierig wird. Venezuela war in den letzten Jahren ein wichtiger Unterstützer, doch die eigene Verarmung des Landes wirkt sich nun auch auf Kuba aus. Wo Menschen ihre Entfaltungsmöglichkeiten verlieren und eine umfangreiche Verteilungsbürokratie vorherrscht, leidet die Wirtschaft spürbar.

Zusätzlich fehlt es an einer breiten, aktiven Zivilgesellschaft, die das Land voranbringen könnte. Gleichzeitig wäre es zu kurzsichtig, die freie Marktwirtschaft als einzig ideales System zu preisen. Sie birgt Risiken wie Gier und soziale Ungerechtigkeit. Hier ist es die Aufgabe des Staates, für einen gerechten Ausgleich zu sorgen.